Druckschrift 
Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

Dieſe tiefe Bemerkung verſetzte den alten Löwen vollends in gute Laune; er nahm den Kalender wieder, krazte mechaniſch das Datum, welches er vergeſſen wollte, heraus und ſprach, indem er mit einem roſigen Nagel, glänzend und lang wie der eines Kaiſers von China, noch etwas weiter fuhr:

Entſchieden gebe ich meinen erſten Ball in zehn Tagen, auf das Feſt der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Artilleriſten; die Nationalgarde wird geſchmeichelt ſein; die Kanoniere kommen in Uniform: das wird von hübſcher Wirkung ſein.

Monſieur wartet alſo nicht den Karneval ab? fragte Caſcarel erſtaunt.

Was willſt Du? Ich habe Eile, mich zu unter⸗ halten, antwortete er, ſich in ſeinen Seſſel zurück⸗ werfend und mit kleinen zufriedenen und glorreichen Kopfſtellungen in ſeinem Toilettenſpiegel betrachtend; ich habe nach Paris um einen Rock nach der neue⸗ ſten Mode geſchrieben. Ich halte darauf, an jenem Feſttage nicht für den Erſten Beſten genommen zu werden; ich habe auch ein ſehr elegantes Gilet und alle weitere Zubehör, ſelbſt einen Flacon von eau de verveine*) zu dem Taſchentuch beſtellt.

Monſieur wird Senſation machen, ſagte Caſ⸗ carel mit aufrichtiger Ueberzeugung.

Ich glaube es, antwortete Cäſar Fauberton ernſthaft.

Noch am Morgen marſchirte Caſcarel, begleitet von einem Stadtdiener in Uniform, von einem Hauſe zum andern, um die Einladungen des Herrn Maire

*) Heliotrop. A. d. U. 2*