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Wirklich beſaß Theodor Fauberton keinen der traditionellen Vortheile des Stammes, zu deſſen letz⸗ tem Repräſentanten er beſtimmt ſchien. Seine Züge waren fein und das Enſemble ſeiner Perſon ange⸗ nehm, aber Nichts von ihm erinnerte an die vor⸗ nehme Tournüre des Oberſts, oder an die ſchöne Figur ſeines Oheims Cäſar. Auch gingen ihm ganz und gar die ſtolze Geckenhaftigkeit, die raffi⸗ nirte Galanterie und alle die andern Mittel der Verführung ab, welche dem Letzteren zu ſo vielen Eroberungen verholfen hatten. Seine Manieren waren zurückhaltend, beinahe ſchüchtern; es kam ihm vor, als ob die Perſönlichkeit ſeines Oheims ihn auf ein Nichts herabſetzte. Wiewohl ſeine Lehrer keine ſehr geſchickten Leute waren, hatte er doch eine genügende Erziehung erhalten, und von ſeinen claſſiſchen Studien blieb ihm ein gewiſſer Fonds der Wiſſenſchaft und der Geſchmack an litterariſchen Dingen; aber wie die meiſten jungen Leute, welche ſich wegen ihrer Zukunft nicht zu beunruhigen brau⸗ chen, arbeitete er nicht mehr, ſeitdem er aus dem Collége getreten war. Eine lange Gewohnheit des Müſſiggangs hatte ihn unfähig zu einer anhaltenden Anſtrengung gemacht; er liebte nur die Werke reiner Einbildung und las nichts, als die Dichter und Ro⸗ manſchriftſteller. Seine Mutter, deren wenn auch übermäßige Zärtlichkeit doch nicht blind war, tadelte dieſe Entwöhnung von der Arbeit, aber ſie wußte nicht, wie derſelben abzuhelfen. Zuweilen hatte ſie
unruhige Ahnungen und ſprach zu ihm mit ſanfter Strenge: „Geh, wären wir nicht in einer Gegend, wo es Reybaud, Onkel Cäſar. 2


