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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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in Schatten geſtellt, und ohne Nebenbuhler verfolgte er die Bahn ſeiner glücklichen Liebeshändel. So ging es eine Reihe von Jahren fort; der

zweideutige Zeichen ihn belehrt, daß ſeine Vortheile ſich verminderten: er hatte außer ſeinen Uhrgehängen

ein Toupet, das ſich ohne Federn oder Eiweiß an⸗ ſchloß, gefertigt hatte.

Der ſchöne Cäſar gelangte ſo, ohne daran zu denken, in den Zuſtand eines alten Jungen. Wäh⸗ rend er alt wurde, wuchs der Knabe, welchen er zum einſtigen Empfang ſeines Erbguts berufen hatte, zum Manne heran. Zum Glück für beide wurde es weder der Eine noch der Andere gewahr.

Der Erſte bewahrte ſeine Haltung als wohl⸗ wollender Beſchützer und äußerte ſich noch, wenn er von ſeinem Neffen redete: 44791

Es iſt ein zartes Kind: ich hätte es gerner, er wäre lebhafter, machte mehr Lärm, ſonſt aber bin ich zufrieden mit ihm. 3

Der Zweite, dem Einfluß von ſeiner ganzen Um⸗ gebung unterliegend, fühlte ſich von ſeinem Oheim vollſtändig verdunkelt und ſagte ſich in aller Demuth ſelbſt, daß er es niemals dahin bringen würde, ihm gleich zu werden.