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wenn ſie die Seſſel mit vergoldeten Nägeln, die himmelblauen Vorhänge, die Monumental⸗Standuhr und alle die andern Herrlichkeiten dieſes Aufenthalts betrachteten. Sie ermangelten nicht, auch einen Blick in das Boudoir zu werfen, welches die von Cäſar Fauberton ſich vorbehaltene Wohnung vervollſtändigte. Dieſes zweite Gemach, ſehr klein, erhielt ein freund⸗ liches Ausſehen durch eine Tapete mit großblumigen Roſen; ein Divan von demſelben Stoff lief rings herum, und gegenüber von der Thüre befand ſich eine Art Schreibtiſch von Mahagoniholz, mit ver⸗ goldeter Bronze geſchmückt und durch ein Geheim⸗ ſchloß verwahrt. Dieſes Möbelſtück, das man unter dem erſten Kaiſerreich ein bonheur du jour*) nannte, zog insbeſondere die Aufmerkſamkeit der geladenen Gäſte an, welche es mit geheimnißvollem Lächeln beaugenſcheinigten: man behauptete, es enthalte un⸗ ſichtbare Fächer, unauffindbare Verſtecke, und in deren Tiefen verwahre der galante Junggeſelle die Urkunden ſeiner Liebesabenteuer. Der glückliche Mann erdrückte natürlich alle Welt durch ſeine Ueberlegen⸗ heit; Niemand konnte gegen Vortheile, wie er ſie beſaß, ſich in einen Kampf einlaſſen. Er ließ ſeine Kleider, ſeine Handſchuhe, ſogar ſeine Pomaden von Paris kommen; er allein in der Stadt O.. hatte Glanzſtiefel und trug am kleinen Finger einen Siegelring.
Dieſe Reichthümer und Putzſachen äußerten auf die weibliche Einbildungskraft größere Wirkung, als anz anders begründete natürliche Gaben; die Jüng⸗ ſten und die Schönſten wurden von Cäſar Fauberton
*) Glück des Tages. A. d. U.


