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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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mal berechnet, wie viel Ellen karmoiſinrothen Da⸗ maſtes man zu den hohen Fenſtervorhängen und zum Ueberziehen der vierundzwanzig an der Wand ſtehenden Seſſel gebraucht hatte.

Die innere Façade des Hauſes ging auf einen ſehr großen Garten. Wenn die große Thüre mit den beiden Flügeln geöffnet war, machten die Vor⸗ übergehenden Halt, um von ferne dieſen Luſtort zu betrachten, wo es Raſenbänke, Hagebuchen, mit Buchs eingefaßte Rabatten und in der Mitte einen Springbrunnen, mit Rothfiſchen in ſeinem Becken, gab.

Madame Hermance und ihr Sohn hatten die alte Wohnung des Oberſt inne, drei Gemächer, deren Ausſtattung man nicht verändert hatte und wo ſich noch alle die Kriegs⸗Reliquien des alten Officiers befanden. Dieſer Theil des erſten Stockwerks ging auf den Garten und ſtieß an eine Art Glasgallerie, welche als Gewächshaus diente, wo der Oberſt ſonſt mit einer Hand auf ſeinem Krückenſtock, mit der an⸗ dern auf der Schulter ſeines Erben auf⸗ und ab⸗ ging. Dieſer hatte bei des Oheims Tode mit ſeiner Wohnung nicht gewechſelt; es war ihm lieber ge⸗ weſen, in ſeinem Neffen⸗Zimmer zu bleiben, wie er ſcherzend zu ſagen pflegte. Dieſes Zimmer, auch im erſten Stock gelegen, zwiſchen dem großen Salon und der Gallerie, erregte die Bewunderung der guten Geſellſchaft von O... im höchſten Grade. An Ball⸗ oder großen Geſellſchaftstagen, wenn der Salon zum Tanzſaal umgewandelt worden war, ließen ſich die Spieler im Schlafzimmer nieder, um ihre Partie Boſton, zu einem Sou die Marke, zu machen; die armen Leute bekamen einen Nebel vor die Augen,