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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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aauf ihn, und die Griſetten, gewöhnt jeden Hage⸗ ſtolz als eine Beute zu betrachten, umſchwärmten ſeine elegante Perſon noch mehr als je.

Der von Cäſar entdeckte kleine Fauberton ge⸗ hörte, einem anderen Familienzweige, der in einer andern Gegend anſäſſig war, an. Der Vater dieſes Knaben, ein armer Zollbeamter, war ſeit einigen Jahren todt und hatte ſeine Wittwe beinahe in Dürftigkeit zurückgelaſſen. Sie wohnte auf dem Lande und hatte nie den Gedanken gehabt, ſich an ihre reichen Verwandten zu wenden, von welchen ſie nur den Namen kannte, und welche wahrſcheinlich niemals von ihr reden gehört hatten. Cäſar bewog die arme Wittwe, mit ihrem Sohn zu ihm zu ziehen und ſeine Junggeſellenwirthſchaft zu führen.

Hermance Fauberton war damals eine Frau von etwa fünfunddreißig Jahren, ſchwächlich, kränklich, ohne alle Anmuth und Schönheit, gealtert von lan⸗ gen Sorgen und ausgemergelt von einer materiell peinlichen Lebensweiſe. Sie hatte außerdem eine ſo beſcheidene Haltung und ein ſo ſtark ausgeſpro⸗ chenes Weſen einer alten Frau, daß ihre Gegenwart im Hauſe eines noch jungen und nicht ohne Grund für einen Verführer geltenden Mannes ſeinem Ruf keinen Eintrag that.

Um dieſe Zeit wurde Cäſar Fauberton zum Maire von O... ernannt und bald hernach zum Mitglied des großen Raths ſeines Departements erwählt. Sein Ziel hätte noch höher gehen können; er hatte Einfluß genug, um ſich zum Staatsmann außzu⸗ werfen und zur Deputirtenwürde zu gelangen, aber er zog es vor, die wichtigſte Perſon in der kleinen