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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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öffnete die Augen wieder und ſprach mit ſchwacher

aber deutlicher Stimme:

Wie viel Uhr iſt es?

Zwölf Uhr, Oberſt, erwiderte der Kotarie nwie befinden Sie ſich?

Er gab keine Antwort auf dieſe Frage, ſondern ſprach, die Augen auf ſeinen Neffen richtend, zu dieſem:

Wir haben jetzt Samſtag... Kleide Dich an, Signoret wird Dich begleiten.. Ihr werdet zu⸗ ſammengehen, um die Hand der lleinen Emmeline anzuhalten... geh ſchnell, die Zeit drängt..

Darauf machte er noch ein Zeichen, daß er ſich beeilen müſſe, und eine Viertelſtunde ſpäter ſtarb er.

Sein Erbe beobachtete eine ſehr ſchickliche Hal⸗ tung nach dieſem Ereigniß. Er lebte ſehr zurückge⸗ zogen und trug Trauer ein ganzes Jahr lang. Nach dem erſten Jahreswechſel erſchien er wieder in der Welt, oder, beſſer zu ſagen, er zog die Welt an ſich. Nach dem Beiſpiel ſeines Oheims und ſeiner Groß⸗ oheime hielt er ein gutes Haus, gab oft ein Diner

unnd machte Prachtaufwand bei allen officiellen Feſten.

Noch mehr und um gleichſam auf's Gewiſſenhafteſte den Familien⸗Traditionen zu folgen, quartirte er einen kleinen Neffen ſeines Namens im Hauſe ein, von deſſen Exiſtenz der Oberſt nicht einmal eine Ahnung gehabt hatte.

Von da an war es Jedermann augenſcheinlich, daß Cäſar Fauberton nicht heirathen würde, und man behandelte ihn demgemäß: die Familienmütter nah⸗ men ſeine Artigkeiten mit Vorſicht auf; die jungen Damen verdoppelten ihre Koketterien in Beziehung