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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Das Teſtament befindet ſich in meinen Händen; der arme Mann hat es gerade ſo wie ſein ſeliger Oheim, Denis Fauberton, und ſein Großoheim, Juſtin Fauberton gemacht, von denen ich auch ihren letzten Willen in Empfang genommen habe: wiſſen Sie, daß Sie der dritte Neffe ſind, den ich in dieſem Hauſe erben ſehe?

Der Zuſtand des Kranken verſchlimmerte ſich von einem Augenblick zum andern; gegen Abend ſprach er nicht mehr und ſchien in einen lethargiſchen Schlum⸗ mer verſunken. Die Diener begannen, Gebete an

ſeinem Lager herzuſagen; Cäſar ſaß bei Seite neben

Meiſter Signoret, die Stirne auf ſeine Hand ge⸗ ſtützt und ein trauriges Stillſchweigen beobachtend. So verſtrich der ganze Abend. Es ſchien außer Zweifel, das Leben des Oberſts werde in dieſem ruhigen Todeskampf erlöſchen; jedoch nach einigen Stunden bewegte er ſich plötzlich, ſtreckte dumpfe Klagen ausſtoßend die Arme aus, und ſiel dann wieder auf die Kiſſen zurück.

Ach! großer Gott!... er iſt am Abſcheiden!.. 2

flüſterte Cäſar ſchaudernd, indem er den Arm von Meiſter Signoret faßte.

Nein, nein, rief dieſer,richten Sie ihm den

Kopf auf... laſſen Sie ihn Luft ſchöpfen... geben Sie ihm Eſſig zu riechen... das wird ihn zu ſich bringen...

Wirklich ſchien der Kranke ſich wieder zu erholen. enſat näherte ſich ihm, faßte ſeine Hand und ſagte anft: 4 Ich bin hier, lieber Onkel...

In dieſem Augenblick ſchlug die Uhr. Der Oberſt