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Der Oberſt hatte eine ſehr ſchlechte Nacht; er wurde ſichtbar immer ſchwächer und ſeine Züge ver⸗ änderten ſich auf erſchreckende Weiſe. Gegen Morgen rief er, von einer Ahnung ſeines nahen Endes er⸗ griffen, ſeinen Neffen, der auf einem Seſſel ſchlum⸗ merte, heran und ſprach, mit dem Finger auf die Uhr deutend:
„Dieſen Vormittag wirſt Du um die Kleine zur Ehe anhalten... wir haben keinen Augenblick mehr zu verlieren...“
„Ach! Onkel, es iſt heute Freitag und der drei⸗ zehnte des Monats!“ rief Cäſar. 4
„Ich hatte es vergeſſen!“ flüſterte der Oberſt, deſſen Wille gegen dieſen Einwurf nicht Stand hielt. „Wohlan! ſo ſoll es morgen ſein... morgen früh... ich werde das Eheverlöbniß ſehen, aber nicht bei der Hochzeit ſein...“
Cäſar ſchrie bei dieſen traurigen Ahnungen laut auf und affektirte die vollkommenſte Sorgloſigkeit deßhalb; jedoch hatte ihm der Arzt kurz zuvor er⸗ klärt, daß ſein Oheim nicht mehr zweimal vierund⸗ zwanzig Stunden zu leben habe.
Meiſter Signoret kam Morgens an und brachte einige Augenblicke allein mit dem Kranken zu. Nach dieſer kurzen Unterredung verließ der alte Contract⸗ hüter das Zimmer, um Cäſar Fauberton aufzu⸗ ſuchen. Dieſer kam ihm mit den Worten entgegen:
„Nun wie! Es ſteht nicht mehr ſo ſchlecht, ich habe große Hoffnung; ſind Sie nicht auch ſehr be⸗ ruhigt, mein lieber Herr Signoret?“
Der Notar zuckte die Achſeln, faßte Cäſar bei der Hand und ſprach mit einem Seufzer:


