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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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zu ihr, ſo wünſche ich ſehr, daß Du ſie heiratheſt... Laß ſehen, biſt Du entſchieden?... Wir könnten noch dieſen Abend anfragen laſſen und in zehn Tagen Hochzeit halten...

Ja, Onkel, es iſt nirgends ein Hinderniß, ant⸗ wortete Cäſar beſtürzt;ich will thun, wie Ihnen beliebt. Nichts deſto weniger erlauben Sie mir zu bemerken, daß man wohl, da Mlle. Emmelinens Vater abweſend iſt, ſeine Rückkehr wird abwarten müſſen.

Man kann immerhin der Mutter die nöthigen Eröffnungen machen, erwiderte der Oberſt, hart⸗ näckig darauf beſtehend.Zum Unglück iſt Signoret nicht hier; aber das iſt gleich, Du wirſt ſelbſt an⸗ anfragen, ſchon morgen...

Wie!l ich ſelbſt, in Perſon?

Warum nicht?... Geh, geh, ſei ruhig, Du wirſt nicht abgewieſen werden.

Ich glaube wohl! murmelte der ſchöne Cäſar mit einer Geberde ſtolzer Geckenhaftigkeit und in ſeinem Geiſt nach einem Mittel ſuchend, dieſer drin⸗ genden Gefahr zu entgehen.

Der Oberſt fiel erſchöpft auf ſein Kopfkiſſen zu⸗ rück und murmelte, von einem plötzlichen Schauder ergriffen:

Da kommt der Fieberanfall ſchon wieder... ich fühle mich ſehr ſchlecht... Cäſar, vergiß nicht, was ich Dir geſagt habe... Es iſt unnütz, die Rückkehr des Balebs abzuwarten; Du wirſt morgen die Anfrage ſtellen...

Ja, ja, Onkel, wiederholte Cäſar;quälen Sie ſich deßhalb nicht, Alles wird nach Ihrem Willen gehen.