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Der Oberſt beeilte ſich, ſeinem Erben zu erklä⸗ ren, er denke darauf, ihn zu verheirathen, in Be⸗ tracht daß, wenn er Junggeſelle bliebe, das Ver⸗ mögen der Fauberton auf entfernte Verwandte über⸗ gehen würde, die er nicht kannte und von denen er nicht einmal reden gehört hatte. Cäſar machte keine Einwendung und verſicherte den Oheim einfach ſeines vollkommenen Gehorſams. Dieſer ſchickte ſogleich Meiſter Signoret, ſeinen Notar in’s Feld, einen Mann, welcher aus der Tiefe ſeines Amtszimmers einen klaren Einblick in den Stand eines jeden Ver⸗ mögens hatte und jedes Heirathsgut mit der Hand wägen konnte. Es handelte ſich darum, eine Partie zu finden, welche zu den dreißigtauſend Franken Rente, die der Oberſt ſeinem Neffen hinterlaſſen ſollte, in rich⸗ tigem Verhältniß ſtände. Da Nichts dergleichen in O... exiſtirte, ſo ſuchte Meiſter Signoret im ganzen Umfang des Departements. Er präſentirte ſich in eige⸗ ner Perſon, um die Negociationen anzuknüpfen, und unterhandelte, mit Vollmacht von dem Oberſt aus⸗ gerüſtet. Anfänglich ging Alles auf's Beſte; es ſchien, man war über alle Punkte einverſtanden, und es bedurfte nichts weiter, als des Abſchluſſes; aber ſobald Cäſar um Rath gefragt wurde, kamen die Schwierigkeiten in Maſſe: während er mit guter Miene ſeine Einwilligung gab, verſtand er die Kunſt, eine Menge Einwendungen aufzuwerfen, welche die Sache zuerſt ſchwierig und bald unmöglich machten. Ohne jemals ſeinen ſehr entſchiedenen Beruf zum
Cölibat einzugeſtehen, wußte er auf ſolche Weiſe jede
eheliche Verbindung auf's Unbeſtimmte zu entfernen; aber der Oberſt ließ ſich nicht ſo leicht abſchrecken:


