Teil eines Werkes 
5. Band, Olle Kamellen ; 2 (1867) Ut mine Festungstid / Fritz Reuter
Entstehung
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Abend heww ik in deſen gaſtfründlichen Huſ' taubröcht, un noch hüt denk ik doran un dank dorför recht ut Hartensgrun'n.

Blot mit den ollen Herrn müßte ſik Einer en beten in Acht nemen, denn as ik ſeggt heww, hei hadd ſine Eigenheiten, un wil hei man wenig Ümgang hadd, un em de Tid tauwilen lang würd, was hei ok männig⸗ mal wat verdreitlich.⸗Mit ſine Offzirers kunn hei ſik nich recht verdragen:Luter olle nägenklauke Feldwebels, ſäd hei,ſchicken ſei mi hir her; und das ſollen denn Offiziers ſein! Was weiß ſo'n Leutnant L..... von Kriegskunſt? Damals als Diebitſch in der Türkei war, ſagte dieſer Leutnant L..., Diebitſch könnte nicht über den Balkan kommen; aber Leutnant Th.... ſagte ihm, er käme rüber, und er iſt auch rüber gekommen; aber Th.... war auch ein wirklicher Offizier.

Recht hadd min oll Herr Oberſt⸗Leutnant,'ne ſonder⸗ bore Verſammlung von Krigshelden hadd ſik in Däms tauſam funnen, un em würd't ſwor ut dit vertüderte Klugen dat En'n rute tau finnen, an dat hei ſine Unnergewenen anbinnen ſüll; ik mein, hei kunn ſeindag' keinen Adjudanten dor mang rute finnen. Un noch denk ik doran, wo em dat gung, as mal'ne nige Uplag' von Offzirer för em in Wismar rute kamen was, de ſei em as ganz wat Beſonders tauſchicken deden. Hei beſlot, dit ſüll von jitzt af ſin Adjudant warden, un, üm em doch glik mit aller mäglichen Fründlichkeit unner de Ogen tau gahn, gaww hei en feierliches Abendbrod, wotau de nige Adjudant mit de Fru Adjudantin inladen