Teil eines Werkes 
5. Band, Olle Kamellen ; 2 (1867) Ut mine Festungstid / Fritz Reuter
Entstehung
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danten gingen nämlich zum Herrn Oberſt⸗Leutnant. Je, ſäd ik, dat ded mi led; äwer ik müßt hengahn, wo de Schandor hengüng, un wenn Einer en Verſeihn makt hadd, denn hadd de dat dahn.Oh, es macht auch gar nichts aus, ſäd de oll Herr;treten Sie ge⸗ fälligſt näher nämlich hierher, un nödigt mi in de Offzirer⸗Wachſtuw' rinne.

Na, von wegen de Höflichkeit müßt ik jo denn nu folgen un frog nu: mit wen ik de Ihr hadd.Ich bin nämlich der Premier⸗Leutnant K...., ſäd hei Sr. Königlichen Hoheit, der hochſelige Großherzog Friedrich Franz nämlich, haben die hohe Gnade gehabt, mich bei meinem funfzigjährigen Dienſtjubiläum zum Premier⸗Leutnant zu ernennen. Na, de Minſch will doch ok höflich ſin, ik ſäd alſo:Wohl nicht wegen der langjährigen Dienſte, ſondern wegen der Verdienſte. Ach nein! ſäd de olle gaude Mann,Verdienſte habe ich gar nicht.Nun dann wegen Ihrer Dienſte in den Feldzügen.Feldzüge, ſäd hei ganz ruhig,habe ich gar nicht mitgemacht. Blos 1812 habe ich mal'ne Partie Ochſen nach Polen geleiten müſſen; denn Sie müſſen wiſſen, ich ſtand bei den Reutern zu Pferde in Ludwigsluſt, wir hatten Blau mit Gelb und waren nämlich unſerer funfzig, hatten aber nämlich nur fünf und zwanzig Pferde, die mußten wir immer umſchichtig gebrauchen, und weil ſie nämlich nicht reichten, riefen die böſen Buben immer hinter uns her: Ledderbom! Ledderbom! womit ſie nämlich ſagen wollten, die Hälfte von uns müßte auf dem Leiterbaum reiten.