Teil eines Werkes 
5. Band, Olle Kamellen ; 2 (1867) Ut mine Festungstid / Fritz Reuter
Entstehung
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verännert; un wo bliwwt denn dat Richteramt, wenn't mit de Gewalt tauſamſtellt ward?

Nun, Sie glauben doch nicht, ſäd hei,daß der König von Preußen wegen ſolcher Bagatelle hundert junge Leute hinrichten laſſen werde?

Worüm nich? frog ik.Wenn nu ſo'n achte

Hinrich von England, oder en rußſchen Peiter, oder blot

man ſo'n Nillas un ſo'n verrückten Korl von Brunswik up den preußſchen Thron ſeten hadd worüm nich?

Gegen ſo einen Mißbrauch der Todesſtrafe ſchützt uns die Humanität der Regierung und der Zeit. Todesſtrafe muß ſein; die menſchliche Geſellſchaft muß die Gewalt haben, ſich der Beſtien aus ihrer Mitte zu entledigen.

Dank för't Kumpelment! ſegg ik.Awer, Herr Juſtizrath, Humanität is up Stun'ns nicks wider, as en falſchen Gröſchen; blot de Gaudmäudigen un de Dummen nemen em; äwer de em utgewen un dormit tau Mark trecken, de häuden ſik. Un wat de Dods⸗ ſtraf un ehre Nützlichkeit anbedrapen deiht, ſo wünſcht ik, Sei wiren mal mit deſe Weig' weigt; mäglich, dat Sei denn de Ogen upgüngen.

Sie haben ſich nicht zu beſchweren, denn das Ge⸗ ſetz ſagt ausdrücklich: Conat des Hochverraths wird be⸗ ſtraft, wie der Hochverrath ſelbſt. Nach Ihrer eigenen Ausſage iſt der conſtatirte Zweck Ihrer Verbindung ge⸗ weſen:Herbeiführung eines auf Volksfreiheit und Volks⸗ einheit gegründeten deutſchen Staatslebens; dies hat man richterlicherſeits für einen Conat des Hochver⸗ raths angeſehen; ob mit Recht oder Unrecht laſſe ich