Teil eines Werkes 
5. Band, Olle Kamellen ; 2 (1867) Ut mine Festungstid / Fritz Reuter
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

gen. Awer as ik ſegg dat Hart möt fri ſin, un dat olle Unglück verwun'n. Min Hart was nich fri; min Hart ſatt deiper in Keden un Banden, as mine Knaken; Johr un Dag dat Sülwige! un hüt dat Sül⸗ wige ſid Johr un Dag! Nicks was verwun'n, un in de Taukunft legen dörtig Johr Fängniß. Dröm ſik doch Einer mal äwer dörtigjöhrige Nacht in en hellen Morgen henäwer.

Ik ſatt up minen Strohſack allein, wo lang', weit ik nich; wat ik an deſen Abend dacht heww, weit ik ok nich. Ik wakte von en Slätelklimpern up dorvon wakt jeder Gefangen up, un ſet hei ok duſend Johr, üm mi was dat Nacht; ik hadd woll lang' ſo ſeten. Min Dör würd upflaten, mit faſten Tritt kamm Einer in min Kamer rin:Guten Abend! Haben Sie hier kein Licht? Jk ſäd, ik hadd kein.Kähler, ſäd de Mann,ſetzen Sie die Laterne hierher und holen Sie Licht.

Dat geſchach, un vör mi ſtunn en middelgroten un⸗ nerſet'ten Mann in en griſen Militörmantel un ne Feldmütz. Hei kunn twiſchen virtig un föftig ſin, ſach äwer friſch un geſund ut, un ſin Handtiren was ſtrack un ſtramm, as Einer, de lang' kummandirt un ſik üm⸗ mer kort reſolvirt hett.

Ik was upſtahn un ſtunn vör em.Ich bin der zweite Kommandant, Oberſt B., ſäd hei,und wollte mich doch mal nach Ihnen umſehn. Ik antwurte dor wat up, wat'ne Höflichkeit ſin füll;'t mag äwer woll en Beten ſnurrig rut kamen ſin, denn mi was nich nah Höflichkeit tau Sinn.