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wurde, lähmte der Schrecken bald Alle. Sie ſtanden zit⸗ ternd wie angewurzelt.
Auch Thereſe, die ihrem Vater ſo raſch als möglich gefolgt war, wurde ergriffen. Ihr verzweiflungsvoller Blick ſtarrte auf Slawata hin.„Gott! Sende Retter— ſende Rächer!“ flehte ſie mit glühendem Antlitz.
Da drang ein lautſchallendes Getön ſeitwärts von der Grenze her. Die Blicke wandten ſich dorthin. Eine dunkle Maſſe von Reitern war eben jenſeit über die leicht an⸗ ſteigende Höhe des Kammes heraufgekommen und ſprengte mit verhängtem Zügel und wildem Kriegsruf über das Blach⸗ feld heran.
Slawata ſtutzte; er wurde bleich. Die Kriegsleute blick⸗ ten ſich verwundert um.
„Das iſt nichts Gutes!“ rief der Befehlshaber.„Sie ſind zuverläſſig von den Raubſchaaren, die hier an der Grenze umherſtreifen!— Rettet euch ſchleunigſt in den Wald!“ befahl er ſeinen Leuten und ſprengte, ſelbſt der Erſte, dahin. Im Augenblick begann die Flucht. Die ſchon die Wagen Plündernden ſprangen eilig herab. Als ob der Sturm ſie über das Blachfeld jagte, ſtürzten ſie dem Waldſaum zu, um die Deckung des Gebüſches zu gewinnen.
Im nächſten Augenblick brauſten die Reiter heran, ihr Führer weit voran.
Thereſe blickte hinüber, zitterte, ſtarrte, erkannte— es war Xaver! Er flog vom Roß— hielt ſie in ſeinen Armen. 1
—— Er war der Retter! Der Auftrag Mans⸗ feld's hatte ihn in dieſe Gegend geführt. Seine Sehnſucht zog ihn der Heimatsſtätte zu. Er wollte an ſeines Vaters
Grabe beten. Auf dem Wege dahin erblickte er von fern


