Teil eines Werkes 
5. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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den Zug, ahnte, eilte herbei Gott ſelbſt hatte ihn

geführt. 4

Slawata ſtand ſchreckenbleich.

Richtet ihn! flammte Czernig's Zorn auf und ſeine Blicke waren Schwerter. Hundert Arme erhoben ſich drohend.

Gott wird ihn richten! rief Wolodna feierlich und wandte ſich mit bittendem Blick der Abwehr zu den Sei⸗ nigen.

Nein! Wir dürfen die Gnade dieſer Stunde nicht be⸗ flecken! bat auch Thereſe in heiliger Dankbarkeit, indem ſie ſich aus Xaver's Umarmung den Erbitterten zuwandte.

Czernig ſenkte den erhobenen Arm. Alle waren ſtumm,

gehorſam. Tiefe, erſchütternde Stille herrſchte.

Slawata ſchwankte hinweg. Durch lautloſes Schieds⸗ cericht war er dem höhern Richter überwieſen. Sein Wagen rollte auf der böhmiſchen Seite hinunter. Die Auswandernden blickten ihm lange nach; ſchwere Gedanken im Herzen!

Wir müſſen weiter, Freunde, begann Xaver endlich, dort unſere neue Heimat zu ſuchen! Er deutete nach der Grenze.Meine Reiter geleiten euch.

Der Zug ſetzte ſich wieder in Bewegung in dem Schwei⸗ gen heiliger Wehmuth, die jetzt, da der Augenblick da war, auf immer von der theuren Muttererde zu ſcheiden, jede Bruſt mit neuer Gewalt ergriff.

Die Grenze war erreicht. Die Flüchtenden ſtanden auf dem ſchützenden Boden des Nachbarlandes. Noch einmal wandten ſich Alle ſtumm zurück. Holoduk zerdrückte eine Thräne in den grauen Wimpern! Wolodna's Auge ſchaute umflort hinüber nach den geliebten blauen Bergen!

Thereſe barg das Haupt an Xaver's Bruſt. Schmerz