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ben verfolgt, hatte es auch ſie gedrängt, die Heimat zu verlaſſen. Auf ihrem Wanderwege ſproßte ihnen jetzt die Trauerblume der ſichren Todeskunde!— Doch ſie fanden auch das liebende, dankerfüllte Herz Thereſens. So fiel ein erquickender Thautropfen in den tiefen Kelch ihres Grams!— In heiliger Bewegung der Herzen ſetzten ſie den Stab weiter an Thereſens und Wolodna's Seite.
Beide Wanderzüge bewegten ſich gemeinſam vorwärts.
„Es iſt ſtürmiſch hier auf der Höhe!“ ſagte der alte Holoduk.„Das Wetter ſchlägt um!— Der Weſtwind treibt ſchwarze Wolkenmaſſen heran.— Es wird auch hinter uns ſchon finſter. Ein Gewitter zieht herauf!“
Böhmen lag jetzt tief beſch attet von Gewölk.— Sie ſchritten ſtumm vorwärts.
Wolodna fing an unruhig zur Rechten zu blicken. Sein ſcharfes krieg⸗ und jagdgeübtes Auge war auf ein dichtes Gebüſch, welches ſich in einer Schlucht unweit vor ihnen aufwärts zog, gerichtet. Er ſtieß den alten Holoduk un⸗ vermerkt an und raunte ihm zu:„Dort im Walde geht etwas vor!“
„Hm!“ murmelte der Alte.„Zu trauen iſt nie! Die Grenze ſteckt voll Kriegsgeſindel. Sie könnten Luſt auf unſere belaſteten Wagen haben!“
„Die Schlucht ſchneidet uns oben den Weg quer ab“, bemerkte Wolodna.
„Wohl wahr!— Doch in einer Stunde ſind wir jen⸗ ſeit der Grenze.“
Sie zogen ſchweigend weiter.
„Seht! Dort kommt ein Wagen über den Kamm uns entgegen“, mäͤchte Holoduk Wolodna aufmerkſam.
„Ein Reiſewagen, ſcheint mir; er muß aus Sachſen kommen“, antwortete dieſer.„Er nimmt gerade die Straße,
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