Träume der Kindheit geträumt und die grauſen Schrecken des Lebens geſehen!
Auf dem breiten Kamm des Gebirges, an einem niedren Waldgebüſch, harrte des Wanderzugs ſchon eine andre kleine Schaar, die aus andern Gegenden des Gebirges und des Landes überhaupt kommend, ſich hier mit dem Zuge ver⸗ einen wollte.
Thereſe wandte ihren theilnehmenden Blick auf dieſe Unglücksgenoſſen; jetzt waren ſie einander ganz nahe. Plötz⸗ lich that ſie einen Ruf freudigen Erſchreckens, flog von ihres Vaters Seite auf die Harrenden zu und ſchlang ihren Arm um den Nacken einer Matrone, die, auf ihren Stab ge⸗ ſtützt, am Wege ſtand.
„Ihr ſeid's, Ihr, meine Retterin! Ihr, ſeine Ret⸗ terin!“ rief ſie unter ſtrömenden Thränen und bedeckte die Stirn der Staunenden mit Küſſen.
Es war die Köhlerfrau von Groß⸗Lasken, die mit ihrem Manne, der ihr zur Seite ſtand, ſich den Auswan⸗ dernden geſellt hatte.
„Heiliger Gott“, ſprach Wlaſta zitternd,„Ihr ſeid es, junge, theure Frau! Ach, Ihr lebt— doch unſer Sohn!...“ ſie brach in Thränen aus. 4
„Ich weiß“, ſagte Thereſe tief bewegt.
„Ihr wißt?— Was wißt Ihr von ihm?“ rief der Mann in äußerſter Spannung.
Thereſe erzählte, daß ſie ſeine letzten Worte empfangen, ihm die Augen zugedrückt habe.
Jetzt brachen beide Gatten in ſtrömende Thränen aus. Es war die erſte Kunde, die ſie von ihrem Sohne erhielten, ſeit die Kaiſerlichen ihn gewaltſam geworben und mitgeführt hatten. Verloren glaubten ſie ihn freilich, da ſie nichts wieder von ihm gehört.— Alterseinſam, in ihrem Glau⸗
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