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Der Augenblick des Aufbruchs war da.
„Wohl! Nun dürfen wir ſagen, daß wir bereit ſind!“ ſprach Lippach zu den Freunden.„Stehet nun auf, meine Brüder! Laſſet uns die Wanderſchaft antreten. Ver⸗ gebung meinen Feinden!) war das letzte Wort des Pa⸗ triarchen, an deſſen Gruft wir hier verſammelt ſind. Laſſet uns ihm nachahmen und mit Vergebung im Herzen jetzt in Frieden dahinziehen, jenſeit dieſer Berge die neue Heimat aufzuſuchen.“
Er wandte ſich um und ſchritt mit Chlodzek voran. Die Knienden erhoben ſich. Thereſe, ihren Knaben auf dem Arme, von Wolodna geführt, Agathe durch Volkmar unter⸗ ſtützt, alle die andern Freunde Paar und Paar, Hand in Hand, Männer, Frauen, Söhne, Töchter und die Schaar der lieblichen, ſchuldloſen Kinder bildeten den Zug.
Mit heiligem Geſang begannen ſie den Weg zu den bewaldeten Höhen des Erzgebirges hinan. Dann ſchwiegen die Töne; Jeder wog in der Tiefe und Stille der Bruſt für ſich die Geſchicke, die er zurückließ, die neuen, die ſich ihm eröffnen ſollten.
Der Weg erhob ſich allgemach ſteiler bergan. Er ver⸗ ſchwand in dem Dunkel des Waldes.— Am Geyers berg mit ſeiner ſtolzen Burg klimmte er zu dem Kamm des Ge⸗ birges auf. Hierher, auf der belebteſten Straße, die von 1 dem Böhmenlande in das der Sachſen führte, war der Zug der belaſteten Wagen ſchon vorangegangen, um die zu Fuß Wandernden zu erwarten, welche nur zurückgeblieben waren, um ihre letzte Andacht an dem Grabe des erſten Märty⸗ rers zu halten, der in dem Kampfe gefallen war, deſſen unheilvoller Ausgang ſie jetzt hinwegtrieb von dem väter⸗ lichen Herde!
Ueber der Burg gewannen ſie eine freie Höhe, die ihnen


