Teil eines Werkes 
5. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Stumm, nur von leiſem Murmeln umrauſcht, bewegte ſich der dichte Strom der Schaaren über den rauſchenden des Fluſſes. Zum letzten male ſah Lippach den erhabenen Hradſchin mit ſeinen Paläſten und Thürmen, ſah er rück⸗ wärts blickend das ſtolze Prag, angeleuchtet von der Morgen⸗ ſonne, verdoppelt im Spiegel des Stroms!

Sein Herz wogte hoch empor!Es ſo zu verlaſſen! Endlich erreichten ſie an der Strahow⸗Abtei das Thor das freie Feld das Schlachtgefilde, wo die Schlacht des Unterganges geſchlagen war!

Hier ſtand Lippach ſtill.Bis hierher, meine Brüder, und nicht weiter! ſprach er.Habet Dank! Lebet wohl! Der Segen des Herrn über euch!

Er breitete die Arme ſegnend aus. Alle die Tauſende ſanken unter Gottes Himmel auf die Knie. Lippach ver⸗ mochte nicht mehr! Er wandte ſich ab.

Wir folgen bald, hörte er des alten treuen Duſſek's Stimme, der ſeine Hand noch einmal ergriffen hatte.Gott geleite euch!

Er riß ſich los.

Nach wenigen Augenblicken rollte der unſcheinbare Wa⸗ gen mit den bitter Betrübten die Höhe abwärts.

Weit tönte ihnen der Geſang nach, den die andächtigen Brüder unter dem blauen Himmelsdom anſtimmten:

Eine feſte Burg iſt unſer Gott!*)

*) Die Prag und Böhmen verlaſſenden evangeliſchen Pfarrer erhielten in ſolcher Weiſe das Geleit ihrer ganzen Gemeinden.