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Noch trug die Stelle ſchauervolle Spuren des Hergangs; Rippell's ehrwürdiges Haupt war nicht beerdigt!
Mit todesſtummem Grauen wogte die Volksmaſſe vor⸗ bei, hinter den eiſernen Geſtalten der Schildwachen vorüber, die die Richtſtätte noch bewachten und finſtren Auges auf die Vorüberziehenden blickten.
Kurz vor der Brücke ſtockte der Zug. Die Gaſſe war durch einen Leichenzug geſperrt quer über dieſelbe hinweg. Schwarze Mönchsgeſtalten begleiteten den Sarg, der der Kirche zugetragen wurde; es ertönte leiſer, ſchauerlicher Chorgeſang.
„Das ſind die Jeſuiten!“ flüſterte Duſſek.
„Wer wird begraben?“ fragte Lippach theilnehmend.
„Der Pater Thyßka!“
„Allgerechter Gott!“———
——— Ein junger, bleicher Mann in der Ordens⸗ tracht, deſſen Knie ſchwankten, ſchritt, dem Sarge folgend, dicht an ihnen vorüber.
„Wer mag das ſein?“ fragte Lippach.
„Der junge Pater Benedetto“, verſetzte Duſſek leiſe, „es iſt der neue Bibliothekar des Ordens. Er ſoll ein großer Liebling des Paters Lamormain ſein!“
„So ſieht er nicht aus!“ entgegnete Lippach leiſe den Kopf ſchüttelnd. 3
Die Blicke Beider begegneten einander; ſie ſagten ſich etwas Unbeſchreibliches.
Benedetto ſchwankte, dem Umſinken nahe, vorüber.— Lippach ſchritt in ſich gekehrt mit den Seinen weiter.
Sie zogen über die Brücke.— Unter dem finſtren Thurm entblößten Alle das Haupt und gingen ehrfurchts⸗ gebeugt an den Häuptern der Märtyrer vorüber. Sie durf⸗ ten dort nicht verweilen, ſie wollten es auch nicht.—


