Teil eines Werkes 
5. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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haben! Der barmherzige Vater Abraham tröſtet ſie jetzt reichlich in ſeinem Schos mit unausſprechlicher Freude, die kein Auge je geſehen, kein Ohr gehöret, und die in keines Menſchen Herze kommen iſt; er verkläret ſie von einer Klar⸗ heit zu der andern, erfüllet ſie mit Freuden und lieblichem Weſen zu ſeiner Rechten immer und ewiglich! Er wolle in der Auferſtehung der Gerechten auch ihre heiligen Leiber ſammt uns und allen Auserwählten zum ewigen Leben auf⸗ erwecken! Inmittelſt ihre hinterlaſſenen Betrübten und uns alleſammt gnädiglich mit göttlichem Troſt erfüllen, daß wir ſeinen göttlichen Willen erkennen und ihm gehorſam folgen in Liebe und Leid, um ſeines heiligen Namens Ehre willen! Amen.

Die Erhebung der Seele, die aus Lippach's leuchtendem Auge ſtrahlte, ergriff die ganze Gemeinde. Eine heilige Stille webte über der Schaar der Andächtigen. Ihre gläu⸗ bige Kraft ſiegte über den irdiſchen Schmerz, ſodaß ſie es wahrhaft vermochten, mit innerſtem Gefühl des Dankes gegen den Höchſten, auch dieſe ſeine ſchwer prüfende Schickung zu verehren. Aus dem vernichteten Glück der Erde ſtieg das himmliſche vor ihnen auf, das ihre Mär⸗ tyrer gewonnen, das ihnen ſelbſt troſtreich winkte.

Nun aber, meine theuren Brüder, begann Lippach von neuem,muß ich ein Wort zu euch reden, das meine

Seele tiefſchmerzlich zerreißt. Der Herr hat mich berufen,

ſein Wort zu verkünden iin der lautern Wahrheit, aus der innerſten Erkenntniß und Ueberzeugung meiner Seele. Das darf ich fernerhin auf dieſem uns ſo theuren vaterländiſchen Boden nicht! Uns wird angeſonnen, daß wir die Wahr⸗ heit verleugnen! Das werde ich nimmer! So aber iſt mei⸗ nes Bleibens hier nicht länger. Ich muß hingehen und eine Stätte ſuchen, wo ich des Herrn Wort frei verkünden