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„Inſonderheit erinnern wir uns jetzt billig“, hub er mit ſanft bewegter Stimme, aber in ruhiger, gläubiger Ueber⸗ windung ſeines Schmerzes an,„deſſen, was der Herr ſagt im funfzigſten Pſalm:«Rufe mich an in der Noth, ſo will ich dich erretten, ſo ſollſt du mich preiſen.) Nun ha⸗ ben wir ihn am vergangenen Sonntage allhier in unſerer Kirche auch öffentlich angerufen, daß ſeine barmherzige All⸗ macht ſich der Gefangenen, beſonders derer, die zur Hin⸗ richtung verurtheilt geweſen, gnädig erbarmen, ihnen ihre Sünde um Chriſto Willen vergeben, ſie mit ſeines heiligen Geiſtes Troſt, Kraft und Stärke erfüllen, ihnen ſeinen väterlichen Willen zu erkennen geben wolle: auf daß ſie durch ſeine Gnade in allerlei Marter geduldig, getroſt, freudig und beſtändig ſich erweiſen, mit feſtem Glauben in Chriſto verharren und endlich die freudenreiche Krone der Ehren und ewigen Seligkeit erringen möchten. Der fromme Gott, der da reich iſt an Barmherzigkeit und erhört gnädig Alle, die ihn anrufen, und thut, was die Gottesfürchtigen begehren, hat auch ſie, die Gefangenen, ſammt uns, gnädig⸗ lich erhört: daß wir augenſcheinlich die Erfüllung ſeiner Ver⸗ heißung an ihrem Glauben und ihrer Beſtändigkeit, ihrer wahren Geduld und Hoffnung, Kraft, Troſt und chriſtlicher Freudigkeit erkennen können. So danken wir nun billig, ſolange wir leben, alleſammt dem großen Gott für ſeine unausſprechliche Wohlthat: daß er die Her⸗ zen vor aller falſchen, irrigen und verführeriſchen Rede ſo gewaltiglich verwahret; mit ſeinem heiligen Geiſt, dem Geiſt der Wahrheit, dem rechten, einigen Tröſter ſie über die Maß, wie die heiligen Märtyrer erfüllet hat: daß ſie nichts gefürchtet, ſondern als der durſtige Hirſch nach dem friſchen Waſſer und wie die wüthigen Löwen zu dem Kampf, alſo auch ſie zu der ewigen Freudenkrone nacheinander geeilet


