Teil eines Werkes 
5. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Sechzehntes Capitel.

Es läutete heftig an der Glocke der Kloſterpforte von Sanct⸗Urſula. Die Pförtnerin trat mit trüber, flackernder Lampe an das Gitterfenſterchen und fragte hinaus.

Doctor Borbonius, rief es hinein,öffnet mir 3 ſchwind!

Er trat ein, dicht in ſeinen Mantel gehüllt, faſt außer Athem, ſo raſch war er gegangen.

Laßt mich ſogleich zu der Gefangenen führen, Schwe⸗ ſter Barbara, verlangte er haſtig;und wenn Beſucher kommen, die nach mir fragen, laßt Ihr ſie unverzüglich in den Sprechſaal geleiten. Ich werde dann weiter be⸗ ſtimmen. 3

Die Pförtnerin blickte den Arzt, der dieſe Befehle im entſchiedenſten Ton gab, erſtaunt an.Ich weiß nicht, antwortete ſie unſicher,ob die Schweſter Klara, welche die Stelle der Frau Aebtiſſin vertritt....

Seid unbeſorgt, fromme Schweſter, unterbrach ſie Borbonius;Ihr dürft ganz nach meinen Worten verfahren; hier dieſes Blatt gibt mir die unbedingteſte Vollmacht! Er zeigte auf die vom Fürſten unterzeichneten Zeilen.Vor allen Dingen laßt mir die Zelle der Gefangenen öffnen! Erſt dann kann ich zum Krankenbett der Frau Aebtiſſin gehen!.

Die Pförtnerin führte ihn zu einer andern dienenden Schweſter, der Schließerin, durch welche Borbonius nach der Gefangenenzelle begleitet wurde. Dieſe lag ganz am Ende des langen Kreuzgangs, wo eine gewundene Stein⸗