Borbonius lächelte halb, doch erwiderte er mit ſehr ernſthaftem Ton:„Im Gegentheil, Herr Obriſtburggraf, ich würde Eurer Kirche durch meinen Uebertritt großen Schaden thun!“*)
„Wie? Schaden? Wie ſoll ich das verſtehen, lieber Borbonius?“
„Ew. Gnaden“, antwortete dieſer,„dürfen mir glauben, mein Gewiſſen iſt ſo zart, daß es nicht das Leiſeſte zu er⸗ tragen vermag, was wider daſſelbe läͤuft. Wenn ich nun wider mein Gewiſſen überträte zu Ew. Gnaden Kirche, ſo würde es mich ſo foltern und quälen und endlich zur Ver⸗ zweiflung bringen, daß ich allen Andern nur das ab⸗ ſchreckendſte Beiſpiel ſein könnte, den gleichen Schritt zu thun!“*a)
Martiniz preßte die Lippen zuſammen. Er fühlte die Schärfe des Ernſtes und die Schärfe des Spottes in der Antwort des hochgeſinnten, unbeugſamen Mannes. Er ſchwieg und trat zurück.
Borbonius grüßte ehrfurchtsvoll und ging ſchnell hinaus.
Martiniz ſah ihm finſter nach:„Du wirſt es einſt bereuen!“— Mit tief verhaltenem Groll ging er zu dem Fürſten hinein.
*) Hiſtoriſch. —a) Hiſtoriſch.


