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für die unglückliche Königin als für Böhmen zu ziehen“, bemerkte Hayd;„vielleicht eifriger, als dem Könige lieb ſein ſollte!“
„Meint Ihr? Meinethalben!“ rief Mansfeld.„Das mag König Friedrich mit dem Herzog abmachen! Im Grunde“, ſetzte er lachend hinzu,„für eine Krone ließen ſich auch ein paar Hörner in den Kauf nehmen. Nicht Jeder löſt einen ſo guten Preis dafür! Was kümmert das uns!— Heut Abend noch ſoll der Bote in Biſchof⸗Teinitz ſeine Abfertigung haben!— Ich halte mit dem Herzoge zuſammen! Geht es einmal ſo drunter und drüber in der Welt wie jetzt, ſo hat's Der, der die Klinge in der Fauſt feſthält, am beſten. Drum, Hayd, friſch drauf! Wir wollen Krieg führen, ſolange wir im Sattel ſitzen können, und wenn die Welt an allen Ecken zu brennen anfinge! He! Trompeter!“ rief er zurück.„Ein luſtig Stück!“
Er gab dem Pferde die Sporen, und unter fröhlichem Trompetenſchall ritt der Zug friſch im Galopp vorwärts die Straße entlang, bis er im Walde verſchwand.
Funfzehntes Capitel.
Der Fürſt Karl Liechtenſtein, welcher an der Spitze des für die verhafteten Häupter der böhmiſchen Volks⸗ erhebung eingeſetzten Gerichtshofes ſtand, lag krank da⸗ nieder.— Graf Martiniz war bei ihm und ſaß an ſei⸗ nem Lager.„Ew. Durchlaucht haben ſehr wohl daran gethan, den Doctor Borbonius zu wählen“ ſagte er.


