Teil eines Werkes 
5. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

Glaub's wohl! Seit geſtern Nachmittag um vier Uhr zehn Meilen geritten! antwortete der Reiter.

Geſtern biſt du von Eger weggeritten? fragte der General, indem er das Schreiben öffnete. Ein Brief lag im andern. Er las den eingeſchloſſenen zuletzt. Sein blitzen⸗ des Auge drückte Freude aus. Plötzlich lachte er laut auf und rief:Ha, ha, ha! Gut! Sie ſollen hingehen durch alle Welt! Hayd verwunderte ſich ſchweigend. Als Mansfeld zu Ende geleſen hatte, rief er aus:Das ſoll mir ein gutes Zeichen ſein, daß mich dieſe Depeſche noch gerade auf der Landſtraße getroffen hat! Ihr ſollt eine gute Neuigkeit erfahren, Hayd! Aber laßt uns etwas vor⸗ wärts reiten. Er galoppirte einige funfzig Schritt den Rei⸗ tern voraus; Hayd folgte ihm.

Der alte Carpezo ſendet mir hier einen Brief, den der Herzog Chriſtian von Braunſchweig aus Halber⸗ ſtadt für mich geſchickt hat, ſagte er, wieder Schritt rei⸗ tend.Nun, hört einmal, Hayd, was der Herzog ſchreibt. Mansfeld las laut:

Graf Mansfeld! Ihr ſeid ein ritterlicher Mann, und ich denke, ich bin es auch. Zu Wolfenbüttel bin ich der unglücklichen Königin Eliſabeth von Böhmen auf ihrer Flucht nach Holland begegnet. Sie iſt das ſchönſte Weib auf Erden, und in Thränen ſchöner als jemals! Als ich ſie weinen ſah, nahm ich ihren Handſchuh, ſteckte ihn auf meinen Hut, zog das Schwert und ſchwur, ich wolle es nicht eher einſtecken, bis ich ihr die Krone wie⸗ der zu Füßen legen könne.*) Ich halte Wort und ſuche ritterliche Männer, die mir helfen. Ihr ſeid Einer, der

*) Hiſtoriſch.