Teil eines Werkes 
5. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Leute! Xaver ſchüttelte auch noch Hayd's brüderliche Hand, dann zog er das Schwert, ließ die erſte Abtheilung vor⸗ rücken, die Straße rechts einſchwenken und ritt an ihrer Spitze in geordnetem Zuge ab.

Mansfeld ſah ihm noch eine lange Zeit nach.Ich habe keine Sorge, Hayd, der ſtößt mit guter Verſtärkung zu uns, wenn ich ihm die Ordres ſchicke. Er hat etwas, was die Leute anzieht. Sie dienen gern unter ihm!

Er iſt ein ſo redlicher und edler Mann, wie ich kei⸗ nen zweiten weiß! ſagte Hayd mit Wärme.

Sie ritten weiter. Mansfeld war ſtill geworden. Er hatte immer noch das Auge auf die Straße, die Xaver ver⸗ folgte, und ſah ihm nach. In ſeinem rauhen Herzen keimte manch weicher Trieb. Er hatte Xaver lieb, wie einen Bruder, einen Sohn.

Was Teufel, ſagte er plötzlich zu Hayd und zeigte auf die Marſchirenden hinüber.Da kommt ihnen ja ein Reiter entgegen! Er meldet ſich bei Nechodom!

Man ſah einen Reitersmann, der auf Xaver zuritt, dieſen anredete und weitere Weiſung von ihm zu erhalten ſchien. Darauf ſprengte er querfeldein über Aecker und Wieſen auf die Landſtraße zu, wo Mansfeld mit den Sei⸗ nigen ritt.

Der hat etwas für uns! ſagte dieſer und behielt ihn im Auge.

In wenigen Minuten war der Reiter da und ritt mit einem Briefe, den er aus dem Collet gezogen hatte, gerad auf Mansfeld zu

Vom Obriſtwachtmeiſter von Carpezo aus Eger, Ge⸗ neral, ſagte er, indem er das Schreiben übergab.

Teufel! Wie ſiehſt du aus, Kerl! Und dein Pferd zittert ja und hält ſich kaum auf den Knochen!