Teil eines Werkes 
5. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Erzgebirge hinunter; da weißt du Beſcheid. Mit dem Gelde wirbſt du Leute ſoviel du bekommen kannſt. Aber nur Reiter! Ihr könnt kein großes Corps bilden, Ihr müßt leicht und flink ſein wie die Vögel. Du bleibſt immer auf der Grenze, daß du bald her⸗ und bald hinüber aus⸗ weichen kannſt. Alle drei Tage ſchickſt du mir einen Boten, zunächſt immer nach Amberg. Bin ich dort nicht, ſo erfährt er daſelbſt, wohin er ſich weiter wenden ſoll. Ebenſo werde ich dir Nachricht ſchicken. Ernähren müßt ihr euch ſelbſt; denn jetzt heißt's:Der Krieg futtert den Krieg!

kaver, ganz betroffen über die Plötzlichkeit der Tren⸗ nung und den gefährlichen Auftrag, blickte Mansfeld fra⸗ gend, unſicher an.

Nur nicht gezaudert. Ich ſeh dir's an, du trägſt Scheu zuzugreifen. Es geht aber nicht anders. Böhmen wird dir ſchon entgegenkommen, und wenn nicht, ſo iſt es für uns Feindes Land; und Sachſen iſt das gewiß. Legen wir die Waffen nieder, ſo ſind wir ganz verloren; ſie ma⸗ chen mit uns was ſie wollen. Zeigen wir ihnen die Zähne, ſo kommt's noch darauf an, wer zuletzt am beſten zufaſſen wird!

kXaver antwortete:Im Namen Gottes! Ich handle auf Eure Verantwortung, General; ich werde gehorſam ſein und hoffe Euren Befehl mit Ehren auszuführen. Da⸗ bei wandte er ſein Pferd und grüßte in dienſtlicher Haltung. Doch Mansfeld in ſeinem Wohlwollen für ihn, rief im kame⸗ radſchaftlichen Tone:Komm her, Jung! und ſtreckte ihm die Hand hin.Nicht viel Abſchied, aber doch einen herz⸗ lichen Handſchlag, ſagte er, indem er ihm die Rechte kräftig ſchüttelte,wir ſehen uns bald wieder, denke ich, und dann bei Schwerter⸗ und bei Becherklang! Das iſt die Ab⸗ wechſelung, die ich gern habe! Nun, commandire deine