Teil eines Werkes 
5. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Der Pfarrer neigte ſich ernſt, nahm das ſchwarze Ba⸗ ret ab und ſprach:Für wen könnten wir eifriger beten, als für Euch, Herr Graf, den letzten Hort, der unſeren Schutz, unſere Zuflucht bildet in dieſem Lande!

Thut denn alſo! Herr Pfarrer! winkte Mansfeld freundlich hinüber.Ihr könnt ſchon ein Uebriges für mich thun; denn ich ſchleppe ja noch an den Folgen meiner Tha⸗ ten für Euch. Die Acht, die mir Kaiſer Mathias aufs Haupt gelegt hat, weil ich ihm Pilſen abnahm, hat mir noch Niemand abgenommen! Ja, ja, ich habe die Stadt nicht geſchenkt bekommen! Guten Morgen!

Mansfeld ſchien um ſo friſcheren Muthes, je ernſter er Hayd und beſonders Xaver neben ſich ſah.

Ich hab' es meiner Treu um Pilſen verdient, daß es mein Gedächtniß in Ehren hält! hub er im Weiterreiten wieder an.Es hat mich manchen Blutstropfen gekoſtet! Nun laſſe ich's hinter mir; mein Verlangen, es einmal wiederzuſehen, iſt nicht allzu groß, wenn ich's offen ſagen ſoll. Denn es iſt immer noch ein hartnäckig katholiſches Neſt. Manches Geſicht hier würde ganz anders ausſehen, wenn wir nicht die Thorſchlüſſel führten! Eine halbe Stunde vor der Stadt theilte ſich die Straße.Laßt Halt machen, Obriſtwachtmeiſter Hayd, befahl Mansfeld.

Es geſchah.

Nun, mein Jung, wandte er ſich zu Faver,müſſen wir uns trennen. Ich habe über Nacht anders beſchloſſen. Ich will gerad auf Biſchof⸗Teinitz. Du mußt mit dem erſten Cornet auf Eger reiten. Dort meldeſt du dich bei Oberſt Carpezo, und wirſt noch Geld und Mannſchaft empfangen. Dein Weg iſt ſicher; ich habe genaue Kund⸗ ſchaft. Von Eger rückſt du ſtracks ins Voigtland, wo dir Niemand etwas anhaben wird, und dann gleich rechts am