Teil eines Werkes 
5. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Mächtig oder nicht! Wir müſſen es mit Spinola wa⸗ gen. Zudem, in vier Wochen, am 9. April, hört der Waffen⸗ ſtillſtand auf, den die Niederländer mit den Spaniern ge⸗ ſchloſſen haben; dann haben wir auch dort Bundesgenoſſen.

Xaver's Augen leuchteten hell auf bei dieſen Worten Mansfeld's.

Nun hört meinen Plan. Ich verlaſſe Pilſen und gehe zuvörderſt nach der Oberpfalz. Meine Truppen blei⸗ ben hier. Nur die von der Grenze nehme ich mit, damit ich nicht als Flüchtiger, ſondern als Herr komme. Ich hoffe mich bald zu verſtärken. Dazu gebrauche ich auch euch. Ihr, Hayd, müßt mir in Franken werben, du, Xa⸗ ver, in Sachſen und Böhmen. Jetzt ſollt ihr mich be⸗ gleiten; und wenn wir uns trennen, werde ich Jedem von euch ein Commando mitgeben, das ihr nicht Hungers ſter⸗ ben laßt. Es iſt eure Sache, dafür zu ſorgen, daß ihr bald ſtärker werdet! Du ſollſt dich am böhmiſchen Erz⸗ gebirge immer auf der Grenze halten. Du kennſt Land, Leute, Sprache....

Ja, jede Schlucht, jeden Fußſteg, warf Xaver leuch⸗ tenden Auges dazwiſchen, der ſich des Auftrags, der ſei⸗ nem Muth und ſeiner Kraft ein neues Gebiet öffnete, hoch erfreute.

Du mußt dich bald auf böhmiſcher, bald auf ſächſi⸗ ſcher Seite halten, fuhr Mansfeld fort,je nachdem dir hier oder dort Schwierigkeiten oder Gefahr drohen. Sie müſſen dir nirgends beikommen können, und wo ſie dir zu nahe kommen, biſt du über die Grenze und aus dem Netze. Uebrigens was Sachſen anlangt, ſo habe ich guten Grund zu glauben, daß Herr Hans Jörgen dir nichts in den Weg legen wird. Denn im Stillen grollt er doch über Das, was ſie in Böhmen thun, und freut ſich, wenn ein An⸗