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drer für ihn die Kaſtanien aus dem Feuer holt.— Wenn ich dich brauche, das heißt wenn du wieder zu mir ſtoßen ſollſt, werde ich dir ſchon Befehl geben.— Ihr, Hayd, begleitet mich vorläufig bis Amberg. Von dort denke ich Euch durch ganz Franken zu ſchicken, nach Baireuth, Nürn⸗ berg, Schweinfurt und hauptſächlich nach Bamberg und Würzburg. Denn ich liege beſonders gern den Biſchöfen im Quartier!“ ſagte er lachend.„Ihr werdet dort nicht umkommen; das Land hat Hafer und Stroh für Eure Pferde, und Brot und Wein für die Leute.— Guten Appetit!“ Er lachte in ſeiner derben Weiſe laut auf dabei.
„Ihr wollt alſo Pilſen und Böhmen ganz räumen, General?“ fragte Xaver.
„Ja; nach und nach.— Ich merk's wohl, mein Jung, es wird dir ſauer über die Grenze zu gehen. Glaub's dir, und du haſt Recht. Ich thue es auch nicht gern, es geht aber nicht anders. Hier biſt du für dein Vaterland ver⸗ loren und dein Vaterland für dich. Wir wollen aber ſchon mit Ehren herauskommen und— es iſt noch nicht geſagt, daß wir nicht wieder hineinkämen! Vorerſt müſſen wir nur draußen einen Fleck haben, wo wir den Fuß hinſetzen können.— Unter uns geſagt, ich traue auch dem Geſindel hier nicht über den Weg. Wenn ein Schiff leck wird, möch⸗ ten ſie Alle gern hinunter. Sie ſpüren etwas davon. Ich kann mich auf die Leute und auf die Führer nicht verlaſſen — etliche ausgenommen, wie Carpezo, Schlemmers⸗ dorf, euch Beide, die ich aber anders gebrauche. Das Land haben ſie ringsum aufgefreſſen und ausgeſogen, daß kein Halm mehr auszudreſchen iſt. Sie ſehen ſich jetzt ſchon nach einem neuen gelobten Lande um, wo der Rauchfang noch voll Speck und Würſte hängt. Darauf müſſen ſie draußen hoffen, ſonſt laufe ich Gefahr, daß ſie ſich mit
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