Teil eines Werkes 
5. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Wenn er nicht Hoffnung hat, ſprach Xaver würdig, ſo bleibt ihm doch der Muth. Er würde ſich unter den Trümmern dieſer Stadt begraben, ehe er ſie dem Feinde überließe!

Mansfeld maß Xaver mit ſcharfem Blick. Das Wort traf ihn wie ein Vorwurf; doch er ſah aus Xaver's Mie⸗ nen, daß es ein unwillkürlicher war. Darum ging er dar⸗ über hin und ſagte nur:Das würde er; es wäre aber nicht das Rechte; darum will ich es nicht. Der unter Pilſens Trümmern begrabene Mansfeld würde dem Könige Friedrich und Eurer Sache nicht viel nützen. Ich habe hier und wo ich in Böhmen feſten Fuß hatte, ausgehalten, ſolange noch ein Vortheil dabei war, und werde es auch ferner ſo halten. Doch liegt die Sache jetzt anders. Iſt noch etwas für den König zu thun, ſo müſſen wir ihm ſeine Erblande vertheidigen helfen. Böhmens wegen haben ſich die deutſchen Reichsfürſten nicht ſonderlich für ihn gerührt, das ſeht Ihr wol. Der Kaiſer hat ihn in die Acht erklärt und ſie haben es ſtill hingenommen, ſo wenig wie ſie ſich um meine Acht gekümmert haben, noch um den Fürſten von Anhalt und die andern kleinen Herren. Aber ich weiß, es wurmt ſie doch. Und wenn man dem Könige Friedrich gar an ſeine Erblande, an die Pfalz, geht, ſo werden ſie wol merken, daß Das, was Einem von ihnen geſchieht, ihnen auch ſelbſt geſchehen kann. Sie hätten ſich ſchon jetzt viel⸗ leicht gerührt, aber ſie haben kein Heer und keinen Muth. Wenn ich mich mit dem Kern meiner Leute in die Pfalz werfe, bekommen wir Bundesgenoſſen; dafür ſtehe ich! Ich habe ſchon unter der Hand meine Erkundigungen eingezogen. Dort müſſen wir den Sommerfeldzug machen, nicht hier.

Bei Gott, das iſt wahr, rief Hayd aus.Wenn nur nicht die Spanier ſchon zu mächtig dort ſind!

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