Teil eines Werkes 
5. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Kerl! Du haſt kein gutes Gewiſſen! rief er ihn an und zog die Brauen finſter zuſammen;du zitterſt wie ein Espenlaub, Milchbart!

Herr General, ſtotterte der Diener.

Du ſteckſt mit den pilſener Unzufriedenen, den Katho⸗ liken, zuſammen! Nimm dich in Acht, Andreas! Ich durchſchaue euch Alle. Denke an Pietro, den Schuft! Er ſteckte lange unter der gleisneriſchen Kappe! Ich habe ihn doch entdeckt! Willſt du hängen wie er?

Mein General, ich beſchwöre...

Schwöre nichts! Du ſchwörſt dich an den Galgen. Du haſt mit dem geſtrigen Kurier aus Prag auch einen Brief bekommen!

Ja, gnädigſter Herr er war von meiner alten Mutter ſagte Andreas zitternd.

Warum haſt du mir's verſchwiegen? Dein böſes Gewiſſen trieb dich dazu! Ich ſehe Alles, ich weiß Alles! Für diesmal biſt du nur gewarnt! Wenn der Obriſt⸗ wachtmeiſter Hayd und Hauptmann Nechodom kommen, führſt du ſie ſofort hier herein!

Er winkte; der Diener ging.

Man muß die Schurken in Furcht halten und ihnen drohen, bevor ſie etwas verbrochen haben, damit ſie die böſen Wege nicht einſchlagen, murmelte er vor ſich hin. Noch iſt der Tropf unſchuldig! Aber er könnte leicht wan⸗ kend werden, und es ſollte mir leid um ihn thun, wenn ich mit dem jungen deutſchen Blut ſo verfahren müßte wie mit dem italieniſchen Skorpion, dem Pietro.

Er ging wieder auf und ab und warf unruhig von Zeit zu Zeit einen Blick durchs Fenſter über den Markt nach dem Kirchthurm hinauf auf das Zifferblatt der Uhr. Ich will's ihnen ganz ruhig vortragen! Sie werden ſich