Dreizehntes Capitel.
Mansfeld ſtand, die Arme auf dem Rücken, am Fenſter ſeines Zimmers, ſchaute über den Marktplatz von Pilſen hin und warf öfters ſeinen Blick zum Thurm der Bartho⸗ lomäuskirche hinauf.— Plötzlich wandte er ſich ungeduldig um und ging mit großen Schritten im Zimmer auf und nieder. Er war mit der Erwägung eines wichtigen Gegen⸗ ſtandes beſchäftigt. Von Zeit zu Zeit trat er an ſeinen mit Briefen bedeckten Tiſch und blätterte in den Papieren.
„Man muß ſehen, ob man alle Vortheile geltend ma⸗ chen kann“, murmelte er vor ſich hin.„Tilly denkt mich zu überliſten, aber wer weiß, wer der ſchlaueſte von uns iſt!— So viel iſt gewiß, binnen vierundzwanzig Stunden muß ich Pilſen hinter mir haben und binnen drei Tagen Böhmen.“
Er faßte eine Schelle, die auf dem Tiſche ſtand, und klingelte ſtark.
Ein Diener, ein junger, blonder Menſch, trat ein und blieb ehrfurchtsvoll an der Thür ſtehen; Mansfeld maß ihn vom Kopf bis zu den Füßen mit ſeinen blitzenden kleinen Augen.
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