Teil eines Werkes 
5. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Er hatte ſich dabei geſetzt und ſtützte das graue Haupt ſchwermüthig in die Hand.

Wo ſeid ihr denn abgeſtiegen, Freunde, fragte Steffeck.

Draußen in der Herberge zum Wolf, nicht weit vom Strahowthor oder Reichsthor, wie Ihr's heißt, antwortete Holoduk.Wir kamen geſtern Abend um ſieben Uhr an; als wir in die Nähe des Schloſſes gelangten, fanden wir Poſten aufgeſtellt. Wir durften nicht herein mit dem Fuhr⸗ werk, auch nicht nach der Brücke hinunter. Da mußten wir uns dort oben ein Unterkommen ſuchen!

Heut gelangten wir denn zu Fuß ungehindert in die Stadt, nahm Czernig das Wort auf;aber es iſt ja als ob man ins Grab ſteigt, ſo finſter ſchauerlich und ſtille!

Wir haben, erzählte der Pfarrer,uns auch ſogleich zu Herrn Georg Dikaſtus begeben, um namens der Ge⸗ meinde, die uns abgeſandt hat, mit ihm zu ſprechen. Allein es war vergeblich. Er war ſchon mit dem Früheſten aus⸗ gegangen. Wir wollen nun bald einen zweiten Verſuch machen, ihn zu treffen.

Gewiß, meinte Jakob Steffeck,nimmt der fromme redliche Herr ſich der Verhafteten an und ſucht zu erfahren, was man eigentlich gegen ſie vornehmen will. Jetzt kön⸗ nen wir freilich faſt gewiß darüber ſein, ſeit wir das Pa⸗. tent an der Ecke des Ringes geleſen.

Welches Patent? fragte Chlodzek. Baſilius be⸗ richtete ihnen darüber.

Allgütiger Vater im Himmel! ſeufzte Chlodzek.So ſoll gegen die Vertheidiger unſeres Glaubens verfahren werden? Dann kann man denken, was der armen Gefan⸗ genen wartet!

Da kommt Herr Magiſter Lippach eben über den Ring, rief Steffeck, der durch die mit Eiſen vergitterten