Teil eines Werkes 
5. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Fenſter hinübergeblickt hatte.Ich will zu ihm und ihm erzählen, daß ihr hier ſeid!

Steffeck eilte hinaus und kehrte nach wenigen Minuten mit Lippach zurück, der tief erſchüttert und bleich ausſah. Er ſchloß die Freunde, die er ſo unerwartet erblickte, mit ſtummer Innigkeit in ſeine Arme.

Sie ſchütteten einander die Herzen aus.

Ja, ſprach Lippach, als er von dem Vorhaben der Angekommenen hörte,nicht ihr allein, wir Alle werden in die Verbannung wandern müſſen!

Alle? Will man denn unſeren Glauben gänzlich aus- rotten? fragte Chlodzek;ich wähnte, nur uns ergehe es ſo hart, da ſie unſere Kirche zu Kloſtergrab, die ja leider mit die Urſache zu dieſen unglückſeligen Kämpfen geweſen iſt, als eine widerrechtlich erbaute betrachten. Ich glaubte nur der Biſchof von Prag, der jetzt wieder ſeine Rechte über uns geltend macht, verfahre ſo unerbittlich gegen uns! Denn hier wird doch der Gottesdienſt geübt nach wie vor?

Bis jetzt, ja; allein ſeit geſtern haben wir das Aeußerſte zu fürchten! Lippach theilte ihnen mit, was gegen die evangeliſchen Gemeinden und Pfarrer in Abſicht ſei.Und nach Demjenigen, ſchloß er,was ich jetzt eben über die Lage unſerer verhafteten Beſchützer von dem Adminiſtrator erfahren habe

Ihr waret dort? unterbrach ihn Chlodzek.

Ich kam eben von ihm her.

Und er hat Euch ſo düſtre Nachrichten mitgetheilt?

Laßt doch hören? fragte auch Holoduk.

Es ſoll ein furchtbares Gericht über uns Alle ge halten werden, begann Lippach.Dem Haupt aller Ver⸗ hafteten droht das Schwert des Henkers!

Gott im Himmel! Entſetzlich! Wäre es mög⸗