124
iſt niemals gut“, erwiderte Baſilius. Sie bogen um die Ecke und eilten dann ſo ſchnell als möglich vorwärts, um Steffeck's Haus zu erreichen!
Es gelang ihnen. Die Hausthür öffnete ſich ihnen, bevor die wüſten Geſellen den Ring erreicht hatten.
„Gott ſei Dank, daß wir ihnen aus dem Geſicht ge⸗ kommen ſind, bevor ſie ſehen konnten, wohin wir gingen“, ſagte Steffeck und half ſogleich die Sicherheitsriegel wieder vorſchieben.— Denn längſt ſchon war das Weingewölbe, wo ſich vordem Bürger und Ritter oft beim Becher begeg⸗ neten und ein heitres Wort ſprachen, ſo gut als völlig ge⸗ ſchloſſen.— Schon die ſchwere Zeit des ganzen Jahres hatte bewirkt, daß die Zahl der Gäſte täglich geringer wurde. Vollends aber ſeit Prag von dem kaiſerlichen Heere genommen war, hatte Steffeck ſein Haus und Geſchäft ge⸗ ſchloſſen. Denn die Kriegsleute würden die Fäſſer bald ge⸗ leert haben, ohne für einen einzigen Trunk zu zahlen. Er war froh geweſen, daß, weil ein würdiger Kriegsmann, der Oberſt von Habernfeld, ſein Quartier daſelbſt genom⸗ men, das Haus nicht geplündert worden war wie viele an⸗ dere. Die ſonſt offene Pforte blieb aber jetzt ſtets ge⸗ ſchloſſen und verriegelt, und nur wer die Zeichen kannte und danach pochte, wurde ohne weiteres eingelaſſen.
Der Küfer, welcher auf Steffeck's haſtiges Pochen ihm geöffnet hatte, berichtete ihm, daß einige Freunde in der Gaſtſtube auf ihn warteten, konnte aber die Namen nicht angeben. Als Steffeck mit Baſilius eintrat, ſah er mit ſtaunender Freude den Pfarrer Chlodzek, Holoduk und Czernig.
Sie begrüßten ſich herzlich, doch in tiefer Wehmuth.
„Ach, wie ſehen wir uns wieder!“ begann der Pfarrer,
„wir wollten hier Troſt und Rath ſuchen, weil es uns im


