Teil eines Werkes 
5. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Zwölftes Capitel.

Der Schrecken, welchen die Vorgänge in der Nacht und am frühen Morgen des 21. Februar in Prag verbreitet hatte, ſtieg noch durch Das, was im Laufe des Tages allmählich kund wurde und öffentlich geſchah.

Doctor Baſilius und Jakob Steffeck hatten Lip⸗ pach's Haus verlaſſen, um ſich in ihre Wohnungen zurück⸗ zubegeben. Der Anblick der Straße hatte noch ganz die düſtre Unheimlichkeit der erſten Frühſtunden. Zwar ſah man keine Verhafteten mehr führen, weder zu Fuß noch in verſchloſſenen Kutſchen, aber die Patrouillen der Kriegs⸗ knechte ſtreiften durch die Gaſſen nach wie vor. In Trupps von zehn bis zwanzig Mann, eiſernen Schrittes, mit dum⸗ pfem Geraſſel der Waffen, zogen ſie ſchweigend und finſter⸗ blickend hin. Die Führer ſandten ihre Späherblicke rechts und links. Das drohende Auge, die gerunzelte Stirn ſchien zu fagen:Wer ſich regt, fällt uns anheim und büßt ſei⸗ nen Vorwitz in Kerker und Banden!

Darum wichen die Bewohner auch ſcheu zur Seite in die Nebengaſſen aus, wo eine ſolche eiſerne Häſcher⸗ oder Wächterſchaar anrückte.

Man ſah nur bleiche, oft verweinte Geſichter.

Was mögen die dort vorhaben an der Ecke, fragte Jakob Steffeck den Doctor und zeigte auf einige Gerichts⸗ diener und Bewaffnete, die an der Ecke des altſtädtiſchen Ringes dem Rathhauſe gegenüber eine Gruppe bildeten.

Wer mag es uüſſen, erwiderte Baſilius;etwas Gutes gewiß nicht, ſetzte er leiſe hinzu und blickte doch

Rellſtab, Drei Jahre. V. l. 6