Teil eines Werkes 
5. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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gangenheit ſeines erſten Begegnens mit Margarethen in dem furchtbaren Ungewitter. Er verlor ſich in ſtaunendes Sin⸗ nen über die wunderbaren Pfade, auf denen die Geſchicke der Menſchen ſich kreuzen, trennen und wieder begegnen, gerade da, wo Niemand es ahnt. Das ewige Auge allein folgt ihrem räthſelhaften Geſpinnſt und ſieht die klare Lö⸗ ſung, wo dem menſchlichen Blick die Verſchlingung der Fä⸗ den am verworrenſten erſcheint.

Was iſt das? fragte Budowa aufhorchend, als die tiefe Stille des Gefängniſſes durch ein mattes Aechzen, das aus der Mauer zu dringen ſchien, unterbrochen wurde.

Das iſt die einzige Sprache, die mein Nachbar und Leidensgefährte mit mir redet, antwortete Rippell.Der unglückliche Martin Frühwein bewohnt dieſe Zelle.

Martin Frühwein! wiederholte Budowa erſchüttert.

Ja, dort iſt ſeine Marterkammer, begann Rippell von neuem.Er leidet noch immer an den entſetzlichen Mishandlungen, die er durch die Soldaten, welche ihn überfielen, erfahren hat. Sein Aechzen und Wimmern dringt oft in der nächtlichen Stille zu mir und weckt meinen Jammer!

Siehſt du ihn niemals? fragte Budowa.

Ich bin ihm einigemal auf dem Vorſaal begegnet, wenn ich zum Verhör geführt wurde und er davon herkam.. Nur den ſtummen Leidensblick richtete er auf mich. Spre⸗ chen durften wir nicht miteinander!

Und hülflos, einſam duldet er ſeine Qualen?

Nein, ein Schimmer des Erbarmens iſt in das Herz ſeiner Peiniger gedrungen; ſein treues Weib theilt das Ge⸗ fängniß mit ihm. Sie beſucht ihn jeden Tag. Oftmals höre ich ſie mit leiſer Stimme fromme Lieder ſingen, die der Arme wol zu ſeinem Troſt von ihr begehrt. Erſt