Teil eines Werkes 
5. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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wie er ſie noch geſtern geſprochen, wie ſie mit Troſt und Liebe umgeben ſei, ſoweit in der düſtren Zeit die Spende ſolcher Gaben möglich.

Rippell weinte Thränen eines namenlos ſchmerzlichen Glückes.Mir iſt, als ob der Athem des theuren Kindes meine Wange berühre, wenn ich Euch von ihr ſprechen höre, die Ihr noch jüngſt in ihrer nächſten Nähe geweſen ſeid! O wenn ich ſie nur einmal umarmen könnte! Nur noch ein einziges mal! Dann wollte ich getroſt dies alte Auge ſchließen ſo oder ſo mich hätte der natürliche Lauf des Daſeins ja doch bald von ihr geſchieden! Den alten einſinkenden Winter von der lieblichen Frühlingsblüte! Ach, Freund, die Tiefen des Schmerzes, die ich erduldet, ſind nicht zu ermeſſen! Mein Kind! Mein liebes Kind!

O, lieber Freund! antwortete Budowa,ich trage gleichen Schmerz! Auch ich bin ſeit langer Zeit von Weib und Kind getrennt! Ich flüchtete ſie, da Prag fiel. Doch ich ſelbſt kehrte zurück*); denn ich wollte nicht von der Pflicht weichen, da mir nebſt Otto von Loß die Be⸗ wachung der böhmiſchen Krone anvertraut war. Auch an⸗ deres Harte erfuhr ich. Als den Kriegshorden jegliche Willkür gegen uns in der Stadt erlaubt war, wurde mein Haus geplündert, man nahm mir Alles, was ich noch be⸗ ſaß, bis auf die Kleider, die ich trug! Ich verſchmerzte es leicht!«Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es ge⸗ nommen!»**) Nur daß ich fern war von den Meinen, daß das Vaterland in ſolche Nacht des Unglücks ſank das nagte ſchwer an meinem Herzen! Das heilige Buch, was ich hier vor Euch aufgeſchlagen erblicke, war auch

*) Alles hiſtoriſch. **) Hiſtoriſches Wort Budowa's.