Teil eines Werkes 
5. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Ihr, Herr Kanzler? Wie deute ich das?

Budowa berichtete ihm, was in Prag geſchehen war.

Alle, Alle in den Kerker geſchleppt? rief Rippell aus. Und bis dahin waret Ihr auf freiem Fuße?

Wir waren es; und täglich hörten wir von glatten Zungen die Verſicherung, Ferdinand, mit ſeinem Siege zu⸗ frieden, wolle nicht Rache nehmen an den Einzelnen, nicht ſeine Gewalt üben an den Beſiegten!

Und jetzt jetzt hättet Ihr zu fürchten? fragte Rippell aufs neue, zitternd im Schauder vor der That und in tief ſchmerzvoller Theilnahme um die edlen Häupter, die der Schlag getroffen.

Zu fürchten? antwortete Budowa.Von der Ge⸗ rechtigkeit nichts, von der Rache Alles!

O Freund, wie ſehen wir uns wieder! rief Rippell. Wie ſind meine Ahnungen in Erfüllung gegangen ſeit jenen Tagen in Heidelberg!

Gott hat es verhängt, wir müſſen es tragen! ant⸗ wortete Budowa.JIch gebe mich vertrauensvoll in ſeine Hand. Hat mir ſeine Gnade doch ſoeben ſchon ein theures Zeichen gegeben, da er mich auf dieſem dunklen Wege Euch finden ließ! Da in dieſer Schreckensſtunde mir ein Troſt und Glück begegnet, das ich nimmer hoffte!

Rippell ſah den ſchwer gebeugten Freund einige Augen⸗ blicke ſchweigend an. Dann fragte er zögernd mit unſichrer Stimme:Ihr waret in Freiheit bis heut wißt Ihr nicht wißt Ihr nichts von meiner Tochter? brach er plötzlich mit heißen Thränen aus.

Ja, ja, ich weiß, entgegnete Wenzel ſanft und hielt den ſchmerzgebrochenen Vater warm an ſeiner Bruſt.

Er ſchilderte ihm, wie Agathe weine, liebe, bete