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Er ſtützte das Haupt in die linke Hand und ſtreifte ſich mit der rechten das Haar zurück. Es blinkte feucht im Auge des alten redlichen Mannes.
„Meine Agathe!“ flog es mit leiſem Hauch über ſeine kaum bewegten Lippen. Da quoll der volle Thränenſtrom unaufhaltſam hervor; er drückte die Hand auf ſeine heißen Augen und weinte bitterlich.——
—— Die Riegel der Kerkerthür klirrten; ſie öffnete ſich.„Nur hier herein“, ſprach eine rauhe Stimme.„Ihr müßt für dieſe Nacht einen Kameraden aufnehmen, wir haben leinen Platz mehr“, rief die nämliche Stimme dem Rathe zu. Es war die des Kerkermeiſters; die Thür ſchloß ſich wieder.
Rippell ſchauerte zuſammen, daß ein Fremder in die heilige Einſamkeit ſeines Schmerzes brach. Doch er be⸗ zwang ſich, ſammelte ſeine Kraft und wandte ſich um. Aus der tiefen Dämmerung im Hintergrunde trat eine gebeugte Geſtalt langſam näher. Allmählich beleuchtete der Lampen⸗ ſchimmer ihre Züge.„Gott im Himmel, Herr Kanzler!“ rief Rippell aus. Es war Wenzel von Budowa, der vor ihm ſtand.
„Rippell! Ihr ſeid es?“ tönte der Ruf des Stau⸗ nens auch von Wenzel's Munde.„Allgnädiger Gott!“
Beide Männer lagen einander am Herzen; Ueberraſchung und Staunen verſanken in dem einzigen Gefühl des Glücks und Troſtes einander am Herzen zu halten.
„Was führt Euch hierher, wie iſt es Euch möglich ge⸗ worden, bis zu mir zu dringen?“ fragte endlich Rippell.
„Zu Euch zu dringen?“ antwortete Budowa und be⸗ wegte ſchmerzlich das Haupt.„Ich theile Euer Los, Rip⸗
pell; bin Euer Mitgefangener! Ich wußte nicht, wem mein Schickſal mich zugeſellte!“


