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„Ihr irrt, Pater Thyßka; er hat den Gefährlichſten, wie zum Beiſpiel dem trotzigen Olbramowitz, ſchon längſt angerathen, Böhmen zu verlaſſen!“
„Nur aus allgemeiner Beſorgniß der Beſtrafung.— Von Dem, was geſtern vorgegangen iſt, erfuhr der Graf erſt vor zwei Tagen.“
„Die hat er freilich gut genutzt!“ bemerkte Slawata.
„ Ich begreife ihn und den Herzog gar nicht!“ rief Martiniz aus.„Der Herzog Maximilian iſt ein ſo gottes⸗ fürchtiger Herr, und der Generallieutenant hat eine ſolche Ehrfurcht vor den geiſtlichen Herren, beugt eigentlich vor Niemand in der Welt als vor ihnen den alten Eiſenkopf!— Und hier war er euch Herren ſo entgegen!“
„Er betrachtete wie der Herzog von Baiern die Maß⸗ regel als eine rein politiſche, nicht als eine hauptſächlich kirchliche, und handelte demgemäß im Sinne ſeines Herrn“, verſetzte Pater Thyßka.
„Genug“, beharrte Martiniz bei ſeiner Anſicht,„ich bin froh, daß die Sache endlich zum Ausbruch kommt! Sie ſtand gefährlich!“
„Ich glaube nicht!“ blieb Thyßka auch bei ſeiner Mei⸗ nung.„Wir wußten ſtets genau, was vorging, und waren auf der Hut!“*
„Und wenn die Gewarnten zum Teufel gegangen wä⸗ ren?“ fuhr Martiniz ungeduldig heraus.„Was hätten wir dann heut! Oder wie hättet Ihr ſie halten wollen?“
„Hm!“ ſummte Thyßka und wiegte das Haupt,„wir ſchliefen nicht. Die Flucht ließ ſich nicht ſo leicht aus⸗ führen. Es war nicht viel Zeit dazu. Auch blieben uns die Güter der Flüchtigen als Unterpfand; im Nothfall ihre Frauen, Kinder, Freunde. Und wohin hätten ſie ſich wen⸗ den ſollen?“


