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Er las den Brief noch einmal durch, als ob er an ſei⸗ nem Inhalt zweifeln müßte.—„Unglaublich!“ rief er noch⸗ mals und ſchüttelte den Kopf. Dann ſetzte er ſich an ſeinen Tiſch, um den Empfangſchein zu ſchreiben.
Der Ueberbringer des Briefes trat ein.
„Ihr kommt von Dresden, mein lieber Freund?“ fragte ihn Thyßka.
„Nur vom Grenzcommando in Berggieshübel. Ein dresde⸗ ner Landreiter hat den Brief bis dahin gebracht mit dem Befehl an unſeren Hauptmann, wie weiter verfahren werden ſollte.“
„Ihr müßt einen ſcharfen Ritt gemacht haben!“
„Vorgeſtern Abend bin ich abgeritten.— Ich hatte Be⸗ fehl, heut vor neun Uhr in Prag zu ſein.— Sechs Stun⸗ den hat der Gaul nur geraſtet auf den ſechzehn Meilen.“
„Ihr habt wacker Eure Pflicht gethan, Freund.— Hier die Beſcheinigung und— nehmt das!“
Der Reiter empfing einen nicht leichten Botenlohn, der ſeinen etwas mürriſchen, von Müdigkeit abgeſpannten Zügen plötzlich neues Leben gab. Er dankte freudig und ging.
„Auch das kann alſo Pater Lamormain noch ſogleich erfahren! Es iſt vielleicht das Wichtigſte von Allem!“ ſagte Thyßka, indem er wieder an den Schreibtiſch ging und haſtig noch einige Zeilen ſchrieb. Hierauf ſiegelte er den Brief, nahm ſeine Kappe und den Mantel und beeilte ſich, zu Slawata zu gehen, damit er den Boten, den dieſer abſenden wollte, nicht verſäume.
Schnellen Schrittes durcheilte er einige kleine Gäßchen, die an das Ufer der Moldau führten, denn er wollte nicht gern den Weg mitten durch die Stadt nehmen. Eine an⸗ ſehnliche Strecke ging er am Ufer ſtromaufwärts und ließ ſich dann überſetzen, ſodaß er am andern Ufer in der Nähe des Aufgangs zum Hradſchin nach Slawata's Hauſe landete.
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