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ekle Ruhmredigkeit nicht beachtet wurde, wandte er ſich wieder zur Thür. Da richtete Thyßka die Frage an ihn:
„Wie kommt es, daß der Stadtſchreiber Diewiß nicht wie die andern Bürgerlichen auf das Rathhaus gebracht iſt, ſondern ins Schloß, wo die Herren und Ritter gefangen ſitzen?“
„Ich weiß es nicht!“ antwortete Zaloska.
Thyßka winkte; Zaloska ging.
„Es iſt gut, daß ich noch gewartet habe“, murmelte er halb vor ſich hin,„das will ich doch ſogleich noch mel⸗ den.“— Er entfaltete den Brief an Lamormain nochmals zu einer Nachſchrift. Eben hatte er die Feder angeſetzt, als es abermals pochte und der Pförtner Anſelmo eintrat. Er hatte einen Brief in der Hand.
„Das Schreiben iſt durch einen reitenden Boten aus Sachſen für den ehrwürdigen Herrn Pater unten am Thore abgegeben.— Der Ueberbringer verlangt einen Empfang⸗ ſchein, weil das Schreiben gar wichtig ſei!“
„Aus Sachſen!“ rief Thyßka und Freude leuchtete aus ſeinen Augen. Er warf einen Blick auf die Adreſſe.„Rich⸗ tig!“ rief er und öffnete haſtig. Im Leſen ſteigerte ſich ſeine Freude ſichtlich.
„Der Ueberbringer iſt auch eines Botenlohnes werth!“ ſagte er.„Sendet ihn mir ſogleich herauf, mein guter Anſelmo!“ 3
Der Pförtner ging.
„O dieſe Proteſtanten!“ rief Thyßka aus, als er allein war, und ging in lebhafter Bewegung auf und nieder. „Eine häretiſche Sekte haßt die andere giftiger, als ſie ſelbſt uns haſſen! So verrathen ſie einander und thun ſich ſelbſt Feindſeligeres an als wir ihnen! Ich würde es nicht glau⸗ ben, wenn ich's nicht ſchwarz auf weiß hätte!“


