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ſelbſt Botſchaft über alle Zuſtände zu bringen und ſie, zur traurigen Fortſetzung der Flucht, zum Vater zu geleiten.
Der Sohn küßte und herzte die Mutter wie eine Ge⸗ liebte immer von neuem. Endlich fragte er:„Aber wo iſt Thekla? Ich bringe Nachrichten, die.....
Eliſabeth unterbrach ſeine mit freudigem Laut geſprochenen Worte, indem ſie den Finger zum Zeichen des Schweigens an die Lippen legte, auf das Lager Thekla's deutete und hin⸗ zutrat, um die Vorhänge zurückzuſchlagen.
Thekla's Haupt lag mit geſchloſſenen Augen auf dem Kiſſen. Heinrich trat mit freudiger Bewegung näher.
„Sei leiſe, mein Sohn!“— bat die Mutter.„Schlum⸗ mer iſt ihre einzige Stärkung. Wecke ſie nicht!“
„Darf ich ſie auch nicht mit einer freudigen Bot⸗ ſchaft wecken?“ fragte Heinrich und ſah die Mutter an.
„Freudige Botſchaft?“ fragte Eliſabeth;„gibt es noch freudige Botſchaften auf dieſer Erde?“
„Ja, meine Mutter; nebſt vielen düſtren Nachrichten bringe ich eine glückliche. Prinz Chriſtian lebt!“
„Er lebt!“ rief Eliſabeth.„Um Gottes Willen, ſo ſei behutſam!“ ſetzte ſie haſtig erſchreckt hinzu.„Du könnteſt ſie tödten durch das plötzliche Wort!“— Sie ließ, in halb unwillkürlicher Vorſicht, die Vorhänge wieder vor das Kran⸗ kenbett fallen.
„Er war ſchwer verwundet in der prager Schlacht“, erzählte Heinrich mit leiſer Stimme, aber in lebhafter Be⸗ wegung;„gerieth in Gefangenſchaft. Mehrere Tage verbarg er ſeinen Rang und duldete die ſtrengſte Behandlung in der Hoffnung, ſich als bloßer Offizier leichter löſen zu kön⸗ nen und dann weiter zu fechten. Doch ein ſpaniſcher Oberſt erkannte ihn. Darauf wurde er ſeinem Rang gemäß


