Teil eines Werkes 
5. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Draußen erhob der Sturm wieder die rauſchenden Flügel. Der Schnee wirbelte dichter; das Gemach wurde faſt nächt⸗ lich dunkel.

Iſt es noch immer Winter? fragte die Kranke.Es muß doch nun bald Frühling werden!

Ach für uns, dachte Eliſabeth, wird der Frühling vielleicht nie wieder anbrechen!Möchteſt du nicht ein wenig aufſtehen? fragte ſie ermunternd die Tochter,du haſt ja faſt den ganzen Tag gelegen und geſchlummert!

Nein, liebe Mutter, ich bin ſo müde! Sie zog das Wort wie einen Seufzer aus tiefſter Bruſt.Laß mich wieder ſchlafen, bat ſie nach einigen Augenblicken, das Träumen iſt ſo füß! Und ſie ſchloß die matten Augen wieder.

Eliſabeth ſaß ſtumm an dem Lager des Kindes. Tiefe, unermeßliche Schmerzen hüllten ſie ein, betäubten ſie faſt. Sie bemerkte es kaum, daß es ganz finſter geworden war, daß der Sturm draußen immer heftiger wurde und mit hohlem Sauſen um die Thürme des Schloſſes zog.

Eine Dienerin trat mit zwei Kerzen ein.Ihr habt zwar noch nicht nach Licht geſchellt, gnädigſte Gräfin, ſagte ſie,allein es iſt ja ſchon ganz finſter. Ich glaubte Ihr wäret vielleicht eingeſchlafen!

Für ewig,.... zitterte es halb wie ein Wunſch halb wie ein Seufzer in Eliſabeth's Bruſt. Doch ſchwieg ſie, und blieb in ſich verſunken ſitzen. Plötzlich fuhr ſie lebhaft empor.Das war Hörnerruf! rief ſie unwillkürlich aus. Es täuſchte mich nicht. Es muß Jemand am Thor ſein!

Sie trat in den Erker, von dem ſie einen Blick bis vor die Zugbrücke hatte. Doch es war zu finſter, der Schnee wirbelte zu dicht, um irgend etwas zu erkennen. Auch brauſte der Sturm zu heftig um die Mauern und im