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ihr die Botſchaft kommen ſollte. Sie unterbrach dieſes Beobachten nur durch das der Tochter, indem ſie von Zeit zu Zeit an ihr Lager trat, um zu ſehen, ob ſie wache oder ſchlummere. Erſt als es ſchon zu dämmern begann, ſchlug Thekla das Auge auf, während die Mutter vor ihr ſtand. Ein ſanftes Lächeln ſchwebte auf den Lippen der Kranken, als Eliſabeth die Vorhänge zurückſchlug, um das draußen ſchon faſt erlöſchende Tageslicht hineinſchimmern zu laſſen.— Es war eben ſchauerlich ſtill im Gemach; nur 8 der Holzwurm ließ ſich im Getäfel vernehmen; der Sturm hatte nachgelaſſen. Er zog nur zeitweis mit leiſem, hohlen Ton um die Mauern, und ſtreifte über die Fenſter.
„Wie iſt dir, meine Tochter?“ fragte Eliſabeth über ſie geneigt;„du ſchlummerſt heut viel!“ 1
„Ich träume ſo ſüß, meine Mutter!“ ſagte ſie mit lei⸗ ſem, halb irrem Ton.„Er iſt nun ganz geneſen und verklärt! Engel haben ſeine Wunden mit ihren Flügeln gekühlt, und ihm Roſen um die blutende Stirn gewun⸗ den! So ſchwebte er aufwärts mit ihnen von dem Schlacht⸗ felde!“
Eliſabeth's mütterliches Herz brach faſt, im ſtummen Kampf mit ſeinen Schmerzen, bei dieſen irren Worten der Tochter, die ſo ſchöne Luftbilder malten. Doch gelang es ihr das Ausbrechen ihrer Thränen zurückzudrängen.
Thekla begann von neuem:„In dieſer Nacht mußte ich ihn wieder recht tröſten und erquicken! Ich wandelte zu ihm, hüllte ihn tief ein, und ſchmiegte mich an ſein Herz; denn er bebte vor Froſt auf dem kalten, beſchneiten Boden!“ Sie ſelbſt bebte indem ſie ſprach.
„Du haſt ſo ſchauerlich lebhafte Träume, mein liebes. Kind“, ſagte Eliſabeth ſanft und legte die Hand auf die heiße Stirn der Tochter.


